By Andreas Wisler on Samstag, 01. Mai 2021
Category: ISMS - Rund um das Thema Informationssicherheit

ISO 27018 - Sicherheit in Cloud-Diensten

Um die Cloud führt heute praktisch kein Weg mehr vorbei. Viele Dienste laufen direkt in der Cloud oder nutzen Cloud-Speicher im Hintergrund. Oft werden auch schützenswerte oder sensitive Daten dem Cloud-Anbieter übergeben. Daher ist es wichtig, den richtigen Partner zu haben. Die ISO 27018 ermöglicht es dem Anbieter seinen Kunden zu zeigen, dass er sicher mit den anvertrauten Daten umgeht. 

Die ISO/IEC 27018 wurde im Januar 2019 in der zweiten Version veröffentlicht. Sie trägt den Titel «Information technology — Security techniques — Code of practice for protection of personally identifiable information (PII) in public clouds acting as PII processors». Wie der Titel verrät, geht es den Schutz von personenbezogenen Daten und nimmt damit Bezug auf die verschiedenen Datenschutzgesetze.

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Aufbau und Ziele

Ein Blick in die Norm zeigt, dass der Aufbau genau demjenigen der ISO 27001 Anhang A5-A18 entspricht. Die Grundlage für eine erfolgreiche Zertifizierung ist daher auch die Die ISO 27001. Ohne diese Zertifizierung kann die ISO 27018 nicht umgesetzt werden.

Die ISO 27001 beschreibt 114 Massnahmen zur Umsetzung und Sicherstellung der Informationssicherheit. Die 27018er ergänzt bzw. präzisiert diese Punkte um weitere Anforderungen, die es umzusetzen gilt. Die Absicht des Dokuments ist es einen gemeinsamen Satz von Sicherheitskategorien und -kontrollen zu schaffen, die von einem Anbieter von Cloud-Diensten implementiert werden können. Folgende Ziele werden verfolgt:

Begriffe

Analog anderen Normen werden im Kapitel 3 die verwendeten Begriffe genau erklärt. Da viele Erläuterungen gemeinsam in der ISO 27000 enthalten sind, werden hier nur neue beschrieben. Es handelt sich in der Folge nur um sieben zusätzliche Begrifflichkeiten. Darunter sind:

Erweiterung der Massnahmen

In Kapitel 5 (analog zur ISO 27002) werden die zusätzlichen oder vertieften Kontrollen beschrieben. Es werden aber nicht alle 114 Kontrollen ergänzt, sondern nur 14. Es handelt sich um folgende Punkte, die ein Cloud-Anbieter umzusetzen hat:

Anhang

Der Anhang A.1 bis A.12 geht auf die Datenschutzprinzipien analog der ISO 29100 ein. Folgende Punkte werden behandelt:

Fazit

Cloud-Anbieter sollten sich nach der ISO 27018 zertifizieren lassen, um den Kunden den Nachweis der Einhaltung von Sicherheitsmassnahmen, wie auch die Umsetzung der Datenschutz-Anforderungen zu bieten. Um die Zertifizierung aufrecht zu erhalten, müssen sich die Cloud-Anbieter jährlich von einer unabhängigen Stelle erneut prüfen lassen.

Viele Cloud-Anbieter sind bereits zertifiziert, dazu gehören Amazon, Google oder Microsoft. Auch in der Schweiz gibt es immer mehr Cloud-Anbieter, die sich für diese zusätzliche Zertifizierung interessieren. Dieser Zertifizierungsprozess bringt besonders auch für den Cloud-Nutzer den Vorteil, die Einhaltung der Transparenz-, Informations- und Benachrichtigungspflicht überprüft zu haben. Damit die eigenen, wie auch die erhaltenen Daten sicher in der Cloud aufbewahrt werden können. 

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